Grußwort 2019

Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

sehr geehrte Damen und Herren,

Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Verwaltung!, so lautet das Motto der diesjährigen, zum 14. Mal stattfindenden MEMO-Tagung!

Das Motto greift die berühmten Worte Neil Armstrongs auf, der vor 50 Jahren als erster Mensch den Mond betrat. Die Entwicklung der technischen Möglichkeiten setzt sich rasant bis heute fort und es ist selbstverständlich, dass wir Signale aus dem All erhalten und Astronauten wie Alexander Gerst über Monate dort leben.

Was kann die Öffentliche Verwaltung davon lernen? Unsere E-Government-Initiativen zielen darauf, die besten Digitalangebote zu etablieren und gleichermaßen die Beschäftigten auf diese fortschreitende Entwicklung vorzubereiten. Die MEMO-Tagung leistet hierzu einen unverzichtbaren Beitrag: Sie ist wichtig für Austausch, Vorstellung von Neuem und Kooperationsbildung, um den Bürgerinnen und Bürgern den besten Service zu bieten. Erfahrungen und Best Practices werden durch Vorträge und im persönlichen Austausch verbreitet, sodass Behörden und deren Bedienstete voneinander lernen können. Davon profitieren die Kolleginnen und Kollegen in unseren Behörden, davon profitieren aber auch diejenigen, für die Verwaltung ihre Dienstleistungen erbringt.

Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft, sie verändert Organisationen, sie verändert uns. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Smartphones, Tablets bis hin zum Smart Home den Alltag beherrschen. Diesen Digitalisierungsprozess aber vom Individuum auf eine Organisation zu übertragen, ist eine ungleich größere Herausforderung, denn er zieht sich durch die gesamte Verwaltung, vom Input, also den Formularen und der Beschaffung, bis zum Output, also den Leistungen für Bürgerinnen und Bürger. Die MEMO greift dieses Prinzip mit ihren drei Schwerpunkten auf:

Digitaler Wandel in der Öffentlichen Verwaltung: Der Prozess ist hier weiterhin Dreh- und Angelpunkt. Web-Angebote, wie ELSTER oder Online-Fundbüros, tragen bereits zu einer Prozessverschlankung bei. Der dokumentierte Prozess ist aber auch Basis für den großen Schritt, der erst mit einer umfassenden digitalen Bereitstellung etwa über den Portalverbund gemacht ist. Dabei darf aber eines nicht vergessen werden: Nur, wenn die Kommunikationswege und Systeme sicher sind, werden sie durchschlagenden Erfolg bei den Bürgerinnen und Bürgern haben!

Beschaffung? Digital! Die Papierberge bei großen Ausschreibungen sind glücklicherweise Geschichte. Doch auch der digitalisierte Weg ist für viele öffentliche Institutionen noch mit Unwägbarkeiten verbunden. Das liegt zum einen an der juristischen Komplexität des Beschaffungswesens, aber auch an unzureichender Verfahrensstandardisierung. Beides in Einklang zu bringen, ist ebenfalls ein ausgewiesenes Ziel der MEMO.

Hochschulmodernisierung und Campusmanagement: Die steigende Zahl an Studierenden erfordert neue Management-Ansätze. Als Digital Natives erwarten die Studierenden nicht nur ein weitreichendes Digitalangebot, es ist schlicht auch erforderlich. Eine umfassende Digitalisierungsstrategie hilft, den Studierenden sowie den Beschäftigten gerecht zu werden, aber auch der Hochschulverwaltung selbst, um für alle organisatorischen Herausforderungen gewappnet zu sein.

Der große Sprung ist also machbar: Wir müssen die oftmals individuell vorhandene Digitalkompetenz auf unsere Verwaltungen übertragen. Auf der MEMO-Tagung finden Sie die notwendigen Methoden und Werkzeuge dazu!

 

Hartmut Beuß

Beauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen für Informationstechnik